Nach dem Frühstück beginnt um 10.00 Uhr unser heutiger Ausflug.
Unsere Gruppe hat heute morgen Zuwachs bekommen. Beim Frühstück kommen Ingrid, Hermann und Achim dazu. Sie sind bereits einige Tage vor uns losgeflogen und heute morgen mit der Transsib in Kungur angekommen. Hier im Hotel konnten sie sich kurz frisch machen und frühstücken. Ab hier reisen wir nun gemeinsam.
Hermann und Ingrid kenne ich schon seit vielen Jahren. Wie waren schon gemeinsam auf dem Camino der Santiago und mit Hermann pilger ich alljährlich zum Grab des Hl. Matthias nach Trier. Hermann ist gleichzeitig der Initiator und Planer unserer Reise, der mit dem Reisebüro Knop die Route ausgetüftelt hat.
Unser gestriger Fahrer Daniel holt uns am Hotel ab und wir fahren zum Gulag Museum `Perm-36`, dem einzigen seiner Art in Russland, das wir nach 170 km und 2,5 stündiger Fahrt erreichen.
Der englischsprachige Guide erzählt eindrucksvoll die Geschichte des Lagers und der Gulags. Sehr beeindruckend aber insbesondere bedrückend!!
Es handelt sich um Straf- und Arbeitslager mit einer sehr leidvollen Vergangenheit, das noch bis zum Jahr 1988 genutzt wurde. Es sind viele Parallelen zu unserer beschämenden Geschichte erkennbar, allerdings mit dem elementaren Unterschied, dass bei uns die Deportierung mit dem Ziel der Massenvernichtung erfolgte.
Die Fahrt verläuft durch das schöne Mittelgebirge des Urals mit saftig grünen Hügeln vorbei an vielen kleinen Dörfern und Siedlungen.
Die Landtrasse verläuft weitgehend geradeaus und ist mit abertausenden Schlaglöcher gespickt. Rundherum grünt und blüht die Natur. Häufig sehen wir blaue Lupinen, viele wild wachsende Rapsbüschel am Straßenrand und weiß blühende Schafgarbe. Die Landschaft wechselt von Wald auf offene Grasflächen und gelegentlich Getreidefelder und manchmal Frauen, die an der Straße ihr selbst angebautes Gemüse verkaufen - aber auch ein kleines Ölfeld ist zu sehen.
Nach einem Mittagessen in einem kleinen Strassenkaffee
geht die Fahrt zurück nach Kungur und weiter zu dem wunderschönen, mitten in der grünen Hügellandschaft des Ural auf einem Berg thronende Kloster Belagorsk (Weißer Berg). Schon von weitem glitzern die goldenen Kuppeln der 420 m über NN thronenden Klosterkirche – ein märchenhafter weißer Prachtbau mitten in der Natur.
Früher lebten hier 100 Mönche und zahlreiche Helfer, heute sind es 10 Mönche und viele Arbeiter, die die Klostergebäude instand setzen.
Weiter geht die Fahrt zu dem Dorf Kolpaschniki, wo wir nach einem langen Tag mit 400 km Fahrt gegen 20 Uhr ankommen.
Dass es heute mit geschätzten 12 Grad ziemlich kühl war, hatte bei den heutigen vielen Stunden Autofahrt Vorteile.
Wir übernachten in dem zur Dorfkirche gehörenden Pilgerhaus (spartanisch-einfach mit Plumsklo und Banja) - soweit der Plan.
Nachdem die doch eher grimmig wirkende Nonne uns im 1. OG die Zimmer gezeigt hatte, mussten wir feststellen, dass nur ein dreier und ein vierer Zimmer verfügbar waren, von den gebuchten Doppelzimmern ist nichts frei.
Nach einer kurzen Abstimmung unter uns sieben Reisenden, entscheiden sich die Frauen für das dreier und die Männer für das vierer Zimmer.
Dann kam aber etwas Unmut bei den Frauen auf und nach kurzer Absprache entschließen wir uns, Daniel, unseren Fahrer, zu bitten, in Kungur für uns Hotelzimmer zu organisieren, was nach etlichen Telefonaten letztlich klappte.
Im Speisesaal der Herberge war zwischenzeitlich das Abendessen bereitgestellt worden: Suppe mit Nudeleinlage, Brot, zwei Salate und herzhaftes Gebäck - alles sehr lecker. Zum Nachtisch schließlich noch Butterkekse und Tee.
Dann brechen wir zur letzten Fahrt für heute auf zurück nach Kungur in das gestrige Hotel Iren, in dem wir die gleichen Zimmer wie gestern und ein Lunchpaket für das Frühstück erhalten für günstige 2600 Rubel.
Das es inzwischen schon kurz vor 22 Uhr ist, hat das Hotelrestaurant geschlossen und wir besorgen uns im nahen Supermarkt leckere Kaltgetränke und beschließen den Abend in gemütlicher Runde in einer kleinen "Lounge" auf dem Flur bei netten Gesprächen und guter Stimmung.
Seit mehr als 1.000 Jahren wird nach Santiago de Compostela gepilgert, zum Grab des Apostels Jakobus.
Sonntag, 16. Juni 2019
Samstag, 15. Juni 2019
Moskau hat was!
Trotzdem müssen wir heute schon weiterreisen nach Perm am Ural.
Am Vormittag haben wir allerdings noch knapp 2 Stunden Zeit für Sightseeing und gehen bei angenehmen Temperaturen und trockenem Wetter nochmal zum roten Platz.
Zunächst ist es hier noch ziemlich ruhig, doch bald strömen die ersten großen Besuchergruppen zu diesem Highlight.
Prachtvolle Gebäude schmücken die östliche Seite, darunter auch die lange Fassade des Kaufhauses Gum.
Am südlichen Ende steht die bereits erwähnte farbenprächtige und schön anzusehende Basilius-Kathedrale.
Am nordöstlichen Ende befindet sich die schmuckvolle Kasaner Kathedrale, in der die orthodoxen Christen Gottesdienst feierten, dem wir kurz beiwohnen konnten. Der kleine Chor sang zusammen mit den Gläubigen und dem begleitenden Dirigat des Priesters sehr stimmungsvolle geistliche Lieder, in denen ich immer wieder das Wort "Jesus" heraushören konnte.
Da wir um 11 Uhr am Hotel abgeholt werden, drängte die Zeit für den Rückweg.
Unser Fahrer kam pünktlich und chauffierte uns zum Moskauer Flughafen Domodjedovo
für den Weiterflug nach Perm.
Das Reisebüro hatte für die Weiterfahrt nach Kungur zum Hotel Iren einen Fahrer organisiert, der uns durch die grüne Landschaft des Uralvorlandes ans Ziel brachte.
Das Hotel verfügt über ein kleines Restaurant, das aufgrund der Anzahl der Gäste die einzige Kellnerin in Hektik versetzte.
Unsere Wahl fiel auf das Schweizer Schnitzel. Die Kellnerin machte uns mit Hilfe von Google Translator verständlich, dass es sich um Rindfleisch mit Pflaumen handelt, was sich im Nachhinein als ausgesprochen lecker herausstellte.
Am Vormittag haben wir allerdings noch knapp 2 Stunden Zeit für Sightseeing und gehen bei angenehmen Temperaturen und trockenem Wetter nochmal zum roten Platz.
Zunächst ist es hier noch ziemlich ruhig, doch bald strömen die ersten großen Besuchergruppen zu diesem Highlight.
Prachtvolle Gebäude schmücken die östliche Seite, darunter auch die lange Fassade des Kaufhauses Gum.
Am südlichen Ende steht die bereits erwähnte farbenprächtige und schön anzusehende Basilius-Kathedrale.
Am nordöstlichen Ende befindet sich die schmuckvolle Kasaner Kathedrale, in der die orthodoxen Christen Gottesdienst feierten, dem wir kurz beiwohnen konnten. Der kleine Chor sang zusammen mit den Gläubigen und dem begleitenden Dirigat des Priesters sehr stimmungsvolle geistliche Lieder, in denen ich immer wieder das Wort "Jesus" heraushören konnte.
Da wir um 11 Uhr am Hotel abgeholt werden, drängte die Zeit für den Rückweg.
Unser Fahrer kam pünktlich und chauffierte uns zum Moskauer Flughafen Domodjedovo
für den Weiterflug nach Perm.
Das Reisebüro hatte für die Weiterfahrt nach Kungur zum Hotel Iren einen Fahrer organisiert, der uns durch die grüne Landschaft des Uralvorlandes ans Ziel brachte.
Das Hotel verfügt über ein kleines Restaurant, das aufgrund der Anzahl der Gäste die einzige Kellnerin in Hektik versetzte.
Unsere Wahl fiel auf das Schweizer Schnitzel. Die Kellnerin machte uns mit Hilfe von Google Translator verständlich, dass es sich um Rindfleisch mit Pflaumen handelt, was sich im Nachhinein als ausgesprochen lecker herausstellte.
Im Vergleich zu Moskau sind die Preise hier deutlich günstiger. Vorspeisensalat, Hauptgericht und Getränke gibt's für unter 10 € p. P.
Gleich in der Nähe unseres Hotels steht dieses schmucke Kirchlein.
Bei unserem kurzen Abendspaziergang stellt man fest, dass Kungur fernab des westlich orientierten Moskau liegt. Hier ist alles deutlich einfacher gehalten und weniger gepflegt. Man sieht zwar moderne Supermärkte aber auch viele verlassene alte Gebäude.
Freitag, 14. Juni 2019
Liebe(s) Grüße aus Moskau
Nach einer sehr kurzen Nacht starteten wir um 2.30 Uhr unsere Reise über Düsseldorf nach Moskau. Vorher noch kurz unsere Begleiter m&h zu Hause abholen, und los ging es zum Flughafen. Nach einem kurzen Flug mit Aeroflot begrüßte uns Moskau mit 16 Grad und Regen. Am Ausgang des Flughafens wartete schon unser Fahrer, um uns in die Stadt zum Hotel Troyka zu bringen, das in einer Seitenstraße in unmittelbarer Nähe zum Kreml gelegen ist.
Auf der Fahrt vom Flughafen in die Stadt bemerkt man schnell eine doch schon westliche Orientierung. So sieht man beispielsweise Mc D genauso wie KFC und alle anderen westlichen und asiatische Automarken neben vielen anderen westlichen Produkten, die hier in der Fernsehwerbung laufen.
Für 14 Uhr hatten wir eine 3 stündige Stadtführung mit Tatjana gebucht, die auch pünktlich an der Rezeption des Hotels auf uns wartete.
Es regnete zwar in Strömen, aber das hielt uns nicht ab, loszuziehen. Tatjana gestaltete die Führung wegen des Regens so, dass wir zunächst die berühmte Moskauer U-Bahn mit ihren schön gestalteten unterirdischen Bahnhöfen kennen lernen sollten. Die tief in die Erde gegrabenen Bahnhöfe sind prächtig und kunstvoll gestaltet. Schon ging es nach dem Ticketkauf in den ersten Zug, der mit fullspeed durch die Röhre donnerte, deutlich schneller, als wir das bisher gewohnt waren.
Nach einer weiteren kurzen Fahrt erblickten wir wieder das Tageslicht und der Regen war weitgehend verschwunden.
Nun führte Tatjana uns zum Kreml, der nicht nur Präsidentensitz ist, sondern ursprünglich eine Burg- und Wehranlage mit einer Größe von 27 Hektar ist. Neben dem Amtssitz des Präsidenten befindet sich eine Vielzahl schön restaurierter historischer Gebäude im Umfeld. Schwerpunkt sind die prunkvoll gestalteten Kirchen mit ihren vergoldeten Zwiebeltürmen.
Tatjana referierte mit sehr detailgenauen Informationen über die Entstehung, die Hintergründe und die Nutzung dieser prächtigen Kathedralen. Sehr beeindruckend!
Schließlich führte sie uns zum roten Platz mit seiner beiendruckenden Größe und der prächtigen angrenzenden Basilius-Kathedrale.
Die sehr interessante, kurzweilige, aber viel zu kurze Stadtführung endete in dem riesigen Kaufhaus Gum, wo wir uns im Megafon-Shop noch ein russische SIM-Karte zulegten. 4G Netz mit 18 GB Datenvolumen und 650 Freiminuten für 650 Rubel, umgerechnet weniger als 10€!
Auf der Fahrt vom Flughafen in die Stadt bemerkt man schnell eine doch schon westliche Orientierung. So sieht man beispielsweise Mc D genauso wie KFC und alle anderen westlichen und asiatische Automarken neben vielen anderen westlichen Produkten, die hier in der Fernsehwerbung laufen.
Für 14 Uhr hatten wir eine 3 stündige Stadtführung mit Tatjana gebucht, die auch pünktlich an der Rezeption des Hotels auf uns wartete.
Es regnete zwar in Strömen, aber das hielt uns nicht ab, loszuziehen. Tatjana gestaltete die Führung wegen des Regens so, dass wir zunächst die berühmte Moskauer U-Bahn mit ihren schön gestalteten unterirdischen Bahnhöfen kennen lernen sollten. Die tief in die Erde gegrabenen Bahnhöfe sind prächtig und kunstvoll gestaltet. Schon ging es nach dem Ticketkauf in den ersten Zug, der mit fullspeed durch die Röhre donnerte, deutlich schneller, als wir das bisher gewohnt waren.
Nach einer weiteren kurzen Fahrt erblickten wir wieder das Tageslicht und der Regen war weitgehend verschwunden.
Nun führte Tatjana uns zum Kreml, der nicht nur Präsidentensitz ist, sondern ursprünglich eine Burg- und Wehranlage mit einer Größe von 27 Hektar ist. Neben dem Amtssitz des Präsidenten befindet sich eine Vielzahl schön restaurierter historischer Gebäude im Umfeld. Schwerpunkt sind die prunkvoll gestalteten Kirchen mit ihren vergoldeten Zwiebeltürmen.
Tatjana referierte mit sehr detailgenauen Informationen über die Entstehung, die Hintergründe und die Nutzung dieser prächtigen Kathedralen. Sehr beeindruckend!
Schließlich führte sie uns zum roten Platz mit seiner beiendruckenden Größe und der prächtigen angrenzenden Basilius-Kathedrale.
Die sehr interessante, kurzweilige, aber viel zu kurze Stadtführung endete in dem riesigen Kaufhaus Gum, wo wir uns im Megafon-Shop noch ein russische SIM-Karte zulegten. 4G Netz mit 18 GB Datenvolumen und 650 Freiminuten für 650 Rubel, umgerechnet weniger als 10€!