Freitag, 25. September 2026

Von Hospital de Orbigo nach Molinaseca

Tag 42
Freitag, 25.09.26
Hospital de Orbigo - Molinaseca 
🚴 67 km
⬆️   1.020 Hm
⬇️   1.270 Hm

Kurz bevor ich am frühen Vormittag die Bischofsstadt Astorga erreiche, erinnert dieses Denkmal die Pilger daran, ausreichend zu trinken.
Im Jahr 2000 bin ich in Astorga mit meinem ersten Camino gestartet und viele Erinnerungen werden wach.
Antonio Gaudi war gegen Ende des vorletzten Jahrhunderts auch in Astorga und hat diesen prächtigen Bischofpalast geschaffen, den ich damals schon besichtigt habe.
Die zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert gebaute Kathedrale steht unmittbar daneben und gehört seit 1993 als Teil des Jakobswegs zum UNESCO-Welterbe.
Gerne hätte ich sie nochmal besucht, aber sie öffnete erst um 10 Uhr.

In dem Weiler Valdeviejas, kurz nach Astorga, steht dieses kleine Kapellchen, wo viele Pilger kurz stoppen.

Nun verändert sich die Landschaft deutlich.
Westlich von Astorga liegt die hügelige und eher unfruchtbare  Landschaft Maragatería.
Sie ist halbgebirgig mit traditionellen Steindörfern, die noch vor mir liegen.


In Rabanal de Camino besuche ich den kleinen Shop der Benediktiner, da es dort einen Stempel für den Pilgerausweis gibt. Der Pater spricht mich direkt auf deutsch an mit einem starken rheinischen Akzent, den ich natürlich erwidere. 

Bruder Johannes Cassian wurde vor 5 Jahren von seinem bayrischen Stammkloster nach hier entsandt. Er betreut den kleinen Laden, wo es auch etliche Devotionalien aus dem Kloster Maria Laach zu kaufen gibt und er kümmert sich um die Anliegen und Fragen der Pilger.
Das Monasterio San Salvador del Monte Irago ist eine Dependance der deutschen Erzabtei St. Ottilien in Bayern.

Unmittelbar daneben ist das Refugio Gaucelmo. Diese Herberge wird von der britischen Jakobusbruderschaft (Confraternity of Saint James) betrieben. Sie ist eine klassische, sehr gastfreundliche Herberge, die auf Spendenbasis geführt wird und für ihre angenehme Atmosphäre bekannt ist. Ich habe im Jahr 2000 die Gastfreundschaft erfahren dürfen, sehr empfehlenswert!
Vor der Herberge reihen sich schon die Rucksäcke der auf deren Öffnung um 13 Uhr wartenden Pilger.

In diesem Hostal habe ich vor Jahren mit Petra übernachtet.

Vor mir liegt die ehemals fast komplett verlassene Siedlung Foncebadon. Durch den Pilgerboom ab den 1990er-Jahre erlebt der Ort eine  Wiederbelebung.
Wo der Kommerz aufhört, hört auch die befestigte Straße auf.

Rückblick auf Foncebadon.
Heute habe ich das Cruz de Ferro erreicht.
Es ist ist einer der bekanntesten, am höchsten gelegenen und symbolträchtigsten Orte auf dem Camino Francés. Das Monument befindet sich auf rund 1.500 Metern Höhe in den Montes de León auf der Passhöhe des Monte Irago.
Am Fuß des Kreuzes legen die Pilger seit Jahrhunderten einen Stein ab, den sie aus der Heimat mitgebracht haben. Daraus ist im Laufe der Zeit ein veritabler Hügel geworden.
Es sind inzwischen nicht nur Steine, die abgelegt werden, sondern Fotos, Zettelchen oder Andenken.

Hier nun liegen die Steine, die ich von zu Hause von meinen Lieben und mir mitgebracht habe. Mögen die damit verbundenen Anliegen erhört werden!
Daneben ein Glücksbringer mit einer besonderen Intention.

Dann geht's abwärts nach Manjarin, und Manjarin lebt wieder, wie gut!


Diese ehemalige Kult-Herberge hat Tomás über 3 Jahrzehnte betrieben.Tomás, der sich in der Nachfolge der Tempelritter sah, gründete in Manjarín in den 1990er Jahren eine sehr einfache Pilgerherberge, die mit der Fahne der Tempelritter beflaggt ist und die zu den wirklich besonderen Unterkünften entlang des Jakobswegs zählt.

Tomás ist leider im Januar diesen Jahres verstorben und diese Gedenktafel erinnert an ihn. 
Seitdem wehen hier nur noch die Fahnen.
Umso besser, wie oben geschrieben, dass jemand Neues sich der Versorgung der Pilger widmet. Von dem ehemaligen historischen Ort existieren im übrigen nur zerfallene Gebäude.

Einige Kilometer hinter dem Ort beginnt eine lange und kurvenreiche Abfahrt mit sehr starkem Gefälle, die erst in Molinaseca endet und durch einige kleine Dörfer führt.
In Molinaseca ist Schluss für heute, hier übernachte ich.

Der Ort ist komplett auf Pilger und Touristen ausgerichtet.
In diesem Mini Hotel komme ich heute unter. Sieht von außen eher alt und unscheinbar aus. Ist innen aber komplett renoviert und modern eingerichtet.
Mit einem uralten Eichenbalken mitten durchs Zimmer, das hat was.