Samstag, 22.08.2016
Essoyes - Tonnerre
🚴 60 km
⬆️ 640 Hm
⬇️ 670 Hm
Nach einigen Kilometern Fahrt begrüßen mich strahlende Sonnenblumen.
Die Sonne scheint zwar, dennoch ist es frisch.
Die lange Fahrradhose habe ich heute angezogen, es sind nur 10 Grad, da ist mir die kurze Hose zu wenig. Das meinte auch Madame Annie, bei der ich übernachtet habe. Die freundliche ältere Dame hat ein leckeres Frühstück vorbereitet, nicht nur für mich, auch für das Biker - Paar, das gestern Abend noch eintraf und nicht so früh aus den Federn springt wie ich. Hier in der Champagne sind wohl einige Touristen unterwegs, auch etliche mit dem Wohnmobil, aber auch immer wieder Biker mit schweren Motorrädern.
An und in den Weinorten stehen oft kleine Wohnwagensiedlungen, in denen die osteuropäischen Erntehelfer untergebracht sind. In den Weinbergen wird noch emsig gelesen, obwohl die meisten Rebstöcke inzwischen abgeerntet sind.
Ich passiere viele Kellereien und rundherum ist viel Betrieb, Traktoren mit voll beladenen Anhängern, hohe, wie auf Stelzen gebaute Maschinen, die vor der Lese die Blätter von den Rebstöcken fegen.
In Gyé-sur-Seine überquere ich ein kleinen Fluss und staune nicht schlecht, als ich auf dem Schild an der Brücke "la Seine" lese. Ja, es ist die Seine, die auch durch Paris fließt, meint Google, und weiter südlich von hier entspringt.
In Les Ricey wollte ich mir die große Kirche ansehen, aber leider war die Tür verschlossen. Ich erfuhr, dass in dieser Jahreszeit zu viele fremde Menschen in der Gegend seien, und man deshalb die Kirche verschließe.
Irgendwann sind die Weinberge
Wenn die vorbeifahrenden Autos mich nicht dauernd anhupen würden, wäre ich noch länger am Straßenrand stehen geblieben. Wie schön muss das erst ausehen, wenn sich die goldenen Ähren im Wind wiegen.
Nachdem ich das Örtchen Villon hinter mir gelassen habe, geht's bergab. Unten im Tal liegt das Dorf Tanlay. Dort fließt der Canal de Bourgogne, der wie in Frankreich nicht anders zu erwarten, mit einem Fahrradweg ausgestattet ist, auf dem es sich leicht bis Tonnerre radelt.
Hier werde ich zwei Nächte verbringen, morgen ist Ruhetag, wahrscheinlich auch für diesen Blog.