Montag, 17. August 2026

Von 🇩🇪 Trier nach 🇫🇷 Thionville

Tag 3
Montag, 17.08.2016
Trier - Thionville
🚴 80 km
⬆️ 420 Hm
⬇️  400 Hm

Heute war erneut ein Tag des Abschieds: vorgestern von meiner Familie beim Tourstart und heute von Christian, der zurück nach Hause fährt.
Bei mir geht's heute rüber nach Frankreich. Das ist schon ein sehr eigenartiges Gefühl, nun alleine weiter zu fahren und heute begleitet mich daher schon etwas Wehmut - das waren zwei schöne Tage mit Christian!

Der Weg verläuft an der Mosel entlang und nach wenigen Minuten passiere ich auch schon St. Matthias. 
Hierhin waren wir gestern noch geradelt, so dass ich heute ohne Zwischenstop dem Moselradweg folge.
Als wir heute Morgen gegen 8 Uhr starten, waren es wieder frische 18 Grad und für den Vormittag war etwas Regen angekündigt. Als es zu tröpfeln beginnt, ziehe ich meine leichte Regenjacke über.
Nach kurzer Zeit wird daraus eine ordentliche Schauer und ich finde in Oberbillig unter einem großen Sonnenschirm Schutz.
Der Regen prasselt auf die Mosel und die hier einmündende Sauer.
Nach der kurzen Zwangspause geht es weiter entlang der Mosel vorbei ein Weinreben und diversen kleinen Orten.
Auf der gegenüberliegenden Moselseite ist nun schon Luxemburg.
Hinter Pfalzem durchquere ich ein Feuchtgebiet.
Und gegen Mittag erreiche ich die Brücke zwischen Perl und Schengen (Luxemburg).
Nun ist es auch Zeit für eine Pause und einen Mittagssnack im Biergarten eines kleinen Imbiss in Perl, bevor die letzten 30 km auf mich warten.

Kurz hinter Perl erreiche ich den kleinen Eifelturm bei Apach, das liegt schon in Frankreich. 

Die Grenze hatte ich ein kurzes Stück vorher unbemerkt überschritten, so wie das in Europa Standard ist, nicht zuletzt durch das Schengener Abkommen, ein wichtiger Vertrag in Europa. Es sorgt dafür, dass Menschen an den Grenzen zwischen den teilnehmenden Ländern meistens nicht mehr kontrolliert werden. Das Abkommen wurde im Jahr 1985 im Ort Schengen in Luxemburg unterschrieben.

Nun bin ich also in Frankreich angekommen und der Moselradweg nennt sich hier "La Voie Bleue".
Das einzig Auffällige ist, dass sich die Landschaft etwas verändert hat. Die bisherigen steilen Moselhänge wurden von einer flachen, weitläufigen Landschaft abgelöst.
Im Hotel angekommen war nach der wohltuenden Dusche erstmal Wäsche waschen angesagt. Da Not bekanntermaßen erfinderisch macht, nutze ich kurzerhand die Klimaanlage zum Trocknen, das funktioniert prima. Panel auf das Shirt gerichtet und ordentlich pusten lassen 😂

Sonntag, 16. August 2026

von Gerolstein nach Trier

Tag 2
Sonntag, 16.08.2016
Gerolstein - Trier 
🚴 86 km
⬆️ 880 Hm
⬇️  1.190 Hm

Nach einer erholsamen Nacht und einem Sonntagsfrühstück mit Rührei starten wir an der Jugendherberge gegen 8.30 Uhr bei kühlen 18 Grad.
Der Weg durch den Ort führt uns zum Kyllradweg Richtung Lissingen. Dort treffen wir auf die erste Wegsperrung wegen umfangreichen Bauarbeiten an der parallel verlaufenden Landstraße sowie der Bahnlinie, beide waren nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 stark beschädigt worden.
Für uns Eifeler sind Sperrschilder und Absperrungen allerdings lediglich Hinweise, die nicht zwingend zu beachten sind. Also an der Absperrung vorbei auf den ohne Probleme zu befahrenden Radweg. Auch die parallel verlaufende Landstraße wäre befahrbar gewesen, es fehlte lediglich die Markierung und an manchen Stellen Leitplanken.
Jedenfalls sind wir prima bis Birresborn durchgekommen, das werden wir so beibehalten, schließlich ist heute Sonntag und die diversen Baustellen ruhen.
Auf diesem Abschnitt kommen wir auch an der Lindenquelle vorbei, die allerdings derzeit trocken ist.

Auf die nächste Sperrung vor Kyllburg wird an einem Abzweig mit Umleitungsempfehlung hingewiesen. Aber was soll's, hat doch vorhin gut geklappt, also weiter auf dem Radweg bis vor den Tunnel vor Kyllburg. Dort befand sich eine größere Baustelle für eine  neue Eisenbahnbrücke über die Kyll, dead end, alles rundum erkundet, es ging diesmal nicht weiter.
Bei einem Blick auf Google Maps sehen wir, dass die steil hochführende Baustraße zur Landstraße hin führt, die wir bei der Umleitungsempfehlung hätten nehmen können - damit waren wir dann doch die lucky looser.
In Kyllburg, das wir kurz darauf erreichten, war kein Kaffee zu bekommen, also weiter ziemlich steil hoch. Oberhalb des Ortes fanden wir zwei freie Sonnenliegen vor, die sich für eine Rast bestens eigneten und gleichzeitig eine tolle Aussicht auf die gegenüber liegende Stiftskirche boten.

Bei Philippsheim erschienen dann wieder Hinweise auf eine Streckensperrung. Glücklicherweise kam aus dem gesperrten Weg ein Auto, und ich fragte die Fahrerin, ob man trotz Hinweis durchkäme. Das war diesmal leider nicht der Fall. Es gibt wohl einen Sperrzaun, der bis in die Kyll reiche, damit Radler (wie wir) tatsächlich nicht durchkommen.
So haben wir dann die Umleitung über Speicher genommen, wo sich eine Pizzeria für die nächste Rast anbot.
Nachdem wir unsere Fahrt fortsetzen, schloss ein Radfahrer zu uns auf, mit dem wir ins Gespräch kamen. Er war sehr ortskundig und hatte im Prinzip den gleichen Weg, so dass er anbot, bis Trier gemeinsam zu fahren.
Das brachte uns echte Vorteile, weil unser Begleiter genau wusste, wo man den Kyllradweg nutzen konnte und wo besser nicht. 
Diese Stelle war ihm allerdings nicht bekannt:
Aber er hatte sofort eine Lösung parat und nach 200m Feldweg ging's auf dem Radweg weiter, bis wir schließlich die Mosel erreichten und unser Guide sich verabschiedete.
Von hier aus ging es auf dem mir bekannten Moselradweg weiter bis nach Trier.
Nach dem Beziehen des Zimmers und einer kurzen Pause mit einem Kaltgetränk machen wir uns nochmal auf den Weg zu St. Matthias, so dass der Tacho am Ende des Tages 92 km anzeigte.

Samstag, 15. August 2026

Camino de Santiago 2026

Tag 1
Samstag, 15.08.2016
Kall - Gerolstein
🚴58,3 km
⬆️ 830 Hm
⬇️ 770 Hm

Wo beginnt er eigentlich, der Jakobsweg?
Das Ende des Weges, das Ziel, ist klar, es ist das Grab des Hl. Jakobus in der Kathedrale von Santiago de Compostela, im Nordwesten von Spanien in der autonomen Gemeinschaft Galicien.
Wikipedia schreibt dazu: "Auf die Frage, wo der Jakobsweg beginne, erhält man in Spanien die Antwort: „El camino comienza en su casa“ (Der Weg beginnt in Ihrem Haus)."
So sollte es diesmal bei mir auch sein, von zu Hause aus, das hatte ich mir vorgenommen,  und nun bin ich seit heute mit meinem E-Bike auf dem Jakobsweg Richtung Santiago de Compostela unterwegs.
Der Weg führt mich heute von der Nordeifel in die Vulkaneifel, Zielort ist Gerolstein.
Zusammen mit meinem Sohn Christian, der mich die ersten beiden Tage begleiten wird, und mit meinen Freunden Markus und Andreas, die mich heute ein Stück des Weges begleiten.
Als wir gegen Mittag starten, zog wieder Rauch und Asche vom Waldbrand bei Hürtgenwald über Kall. Aber auch im Urfttal und hoch bis Schmidtheim war der Feuergeruch in unseren Nasen.
Andreas kannte sich perfekt in der gesamten Gegend rund um unsere Route bestens aus, so dass wir auf seine Empfehlung hin ein paar Kilometer einsparen konnten, ohne schlechtere Wege nutzen zu müssen. So führte er uns sicher bis Feusdorf, wo sich unsere Wege leider schon trennen mussten. Schade, mit Andreas und Markus wäre ich gerne noch einige Tage gefahren!
So setzten Christian und ich den Weg nach Gerolstein alleine fort. Die weitere Strecke war mir sehr vertraut durch unsere jährliche Wallfahrt zum Grab des Apostels Matthias in Trier. Und dennoch, ein kleiner Fehler in Bewingen, wo wir nicht links sondern rechts an der Kapelle vorbei radelten, bescherte uns einen steilen Anstieg zum Abzweig zur Kasselburg und eine rasante kurvenreiche Abfahrt nach Pelm, von wo aus wir zügig das in Rauch gefüllte Gerolstein erreichten. 
Die WarnApps meldten starke Rauchentwicklung aufgrund des Flächenbrands im Hohen Venn.
Ich hoffe, dass wir auf unserer weiteren Strecke von Feuer und starkem Rauch verschont bleiben und keine Umwege nehmen müssen.