Mittwoch, 19. August 2026

Von Pont-a-Mousson nach Chalaines

Tag 5
Mittwoch, 19.08.2016
Pont-a-Mousson - Chalaines
🚴 74 km
⬆️ 670 Hm
⬇️ 590 Hm

Vergangene Nacht hat es ein wenig geregnet und die Luft ist heute Morgen feucht und etwas drückend bei 20 Grad.
Beim Verlassen der Stadt ein letztes Foto
leider mit dunklen Wolken, die sich nach einigen Kilometern auch öffnen aber dann auch schnell wieder schließen.
Die Route verläuft wieder an der Mosel entlang auf guten Wegen, streckenweise auch über Landstraßen.

Als ich an dieser Stelle 
einen kurzen Stop einlege und ein paar Gedanken notiere, hält zunächst ein radelndes Paar an und kurz danach ein weiterer Radfahrer jeweils mit der Frage "Avez-vous un problème ?" - gücklicherweise nicht, ich wische nur etwas Text auf dem Handy für diesen Blog. 
Hier in Frankreich ist auffällig, dass man sich grüßt, immer ein Bonjour, auch im Vorbeifahren, bei uns gibt es höchstens ein leichtes Kopfnicken.

Und weiter geht's an der Mosel entlang.
Blick auf Liverdun, wo ich eine Ehrenrunde um den Ort gedreht habe, da ich die Karte im Navi nicht richtig interpretiert hatte.
Gegen Mittag erreiche ich die historische Kleinstadt Toul mit ihrer Kathedrale Saint-Étienne: Eine beeindruckende gotische Kathedrale mit einer imposanten Fassade. Sie beherbergt einen der größten gotischen Kreuzgänge Frankreichs.
Brunnen im Stadtzentrum 
In Toul mache ich dann Mittagspause und füttere auch das Fahrrad-Akku.
Auf dem Weg hierhin hatte ich, wie auch gestern, unangenehmen Gegenwind und musste den Motor mit etwas mehr Strom versorgen.

Das Thermometer ist inzwischen auf 25 Grad geklettert und die Sonne brennt ordentlich. Es ist höchste Zeit, mich mit Sonnencreme einzureiben.

Auf dem Weg aus der Stadt geht es nun nicht mehr entlang der Mosel, sondern ich folge dem fast ausgetrockneten Canal de la Marne au Rhin Ouest (Rhein-Marne-Kanal, westlicher Abschnitt).
Um von Toul aus nicht die stark befahrene Landstraße über Blenod de Toul nehmen zu müssen, folge ich der von Komoot vorgeschlagen Route durch Felder und Wälder.
Das war eine Fehlentscheidung!
Was mit gewöhnlichen Feld- und Waldwegen beginnt, endet in einer sehr anstrengenden Fahrradschieberei bergauf durch sehr unwegsames Gelände mit teilweise zugewachsen Wegen und das bei der Hitze.
Ich bin ordentlich am Schnaufen und muss alle paar Minuten eine kurze Atempause einlegen.
Als die Schieberei endlich vorbei ist und ich wieder in die Pedalen treten kann, bremste mich ein umgestürzter Baum aus.
Um darunter her zu kommen, muss ich die Gepäcktaschen vom Rad nehmen und das Rad quer drunter her schieben.
Komisch, ich hatte keinen Frust dabei !?

Nachdem ich aus dem Wald heraus komme, öffnet sich die Landschaft. Weite Ackerflächen sind zu sehen und mein heutiges Ziel ist nur noch wenige Kilometer entfernt, die ich auf der Landstraße zurücklegen kann.
Nach dem Beziehen meines für heute reservierten Zimmers und einer ausgiebigen Dusche mache ich mich auf den Fußweg ins 1 km entfernte Vaucouleurs wo ein Thermometer 32 Grad anzeigte.

Dabei passiere ich eine kleine Brücke über die hier fließende Maas.

Vaucouleurs spielte eine wichtige Rolle im Leben von Johanna von Orléans (Jeanne d’Arc). Von hier aus startete sie im Februar 1429 ihre Reise zum Dauphin (dem späteren König Karl VII.) nach Chinon, um Frankreich im Hundertjährigen Krieg zu retten und die Belagerung von Orléans zu brechen.




Dienstag, 18. August 2026

Von Thionville nach Pont-a-Mousson

Tag 4
Dienstag, 18.08.2016
Thionville - Pont-a-Mousson
🚴 74 km
⬆️ 380 Hm
⬇️ 360 Hm

Hier an der Brücke sitzt man ganz nett, um mal wieder den Blog zu pflegen.
Der Himmel sieht zwar dunkel aus, es sind aber jetzt um 18 Uhr noch 28 Grad gemäß der Anzeige im Ort - vielleicht fallen ja später ein paar Tropfen.
Ich bin jedenfalls heute wieder trocken geblieben. Manchmal dachte ich, einen Tropfen abbekommen zu haben, aber letztlich blieb der auch hier dringend nötige Regen aus und es radelte sich prima bei sommerlichen Temperaturen, der Fahrtwind brachte eine leichte Kühlung.
Als ich heute morgen gegen 8 Uhr losfuhr, waren es wieder 18 Grad und der Weg führte mich über die Brücke zur Stadt. Will ich mir die heute morgen noch genauer ansehen? Ne, ich hatte keinen Nerv und wollte lieber Strecke machen. So blieb es bei ein paar Fotos vom Stadtrand.
Die Route verläuft heute wieder an der Mosel entlang mit dem wirklich gut ausgebauten und beschilderten Radweg. Stadtauswärts ist die Mosel kanalartig eingepfercht.
Schon bald erreiche ich eine Schleuse.
Und weiter geht's auf dem Radweg
bis zur nächsten Schleuse

Dann wieder ein Abschnitt mit schnurgerader Mosel, an der sich viele Industrieanlagen mit Verladestatioen angesiedelt haben. Komisch, den ganzen Tag habe ich nur ein Schiff (s. o.) gesehen. Ob die wegen des Niedrigwasser im Rhein derzeit Urlaub machen müssen?

Zwischendurch gehts es noch durch etwas Kulturlandschaft mit Gemüseanbau 
bevor ich am späten Vormittag Metz erreiche.
Damit ich mir die beindruckende katholische Cathédrale Saint-Etienne de Metz auch innen ansehen konnte, stelle ich mein Fahrrad aus Sicherheitsgründen am Eingangsportal ab. So konnte ich immer wieder einen kurzen Blick drauf werfen.

Fotos aus dem Umfeld der mächtigen Kathedrale.
Schließlich komme ich noch an der protestantischen Kirche Temple Neuf vorbei.
Nach einer Pause in einem kleinen Imbiss folge ich wieder der Mosel und wäre fast an diesem römischen Aquädukt vorbei gefahren.
Seit ich Metz hinter mir gelassen habe, sehe ich gelegendlich Hinweisschilder mit der stilisierten gelben Muschel auf blauem Grund: ich bin auf dem Jakobsweg😊
Mit diesen beiden Türmen des Abbaye des Prémontrés (Prämonstratenser-Abtei, ein barocker Klosterkomplex)kündigt sich mein heutiger Zielort an: Pont-a-Mousson. Die Stadt ist durch die Mosel zweigeteilt und durch die Pont sind beide Stadtteile verbunden.

Eglise Saint-Martin
Die Brücke wurde 1944 zerstört und 1949 wieder aufgebaut.
Ach, übrigens, die Bank, auf der ich eben noch saß, habe ich schnell wieder verlassen.
Die ist einfach zu unbequem und hart für meinen Hintern, der noch lange auf dem Fahrradsattel aushalten soll.