Tag 17
Montag, 31.08.2016
Limoges
Beim Beladen meines Fahrrads kommt eine ordentliche Schauer herunter. Das Regenradar der WetterApp zeigt eine vorbeiziehende Wolke. Daher entscheide ich mich, die Schauer abzuwarten und beobachte die interessanten Regenrinnen der gegenüberliegenden Kathedrale.
Dann kommt ein junger Holländer aus der Herberge und sieht sich die Vordergabel seines Rennrads an. Der linke Gepäckhalter ist irgendwie kaputt und die Fahrradwerkstatt hat heute (Montag) geschlossen. Hier gibt es zwar einen Decathlon Shop, der führt aber keine Ortlieb Halterungen. Dann fällt mir Axels Ratschlag ein: "nimm eine Packung stärkere Kabelbinder mit".
Ich gebe ihm einige ab und er wird versuchen, damit den Halter zu fixieren.
Vorher beim Frühstück in der Herbergsküche komme ich mit zwei anderen Holländern ins Gespräch. Sie wandern den Camino von Holland aus in jährlich zweiwöchigen Etappen und sind gestern mit der Bahn hier angekommen, um ihren Weg, den sie im letzten Jahr hier beendet haben, fortzusetzen.
So, die Schauer ist vorbei, ich kann losfahren.
Beim ersten Tritt in die Pedale kracht es in der Schaltung. Die Umwerferrollen hängen in den Speichen und nichts geht mehr, das Ding ist angebrochen.
Ich murxe es aus den Speichen raus, damit das Hinterrad sich wenigstens drehen kann.
Tja, wie soll's nun weitergehen?
Ich spreche nochmal mit dem Holländer und wir googeln gemeinsam nach Reparaturmöglichkeiten. Google zeigt im Bereich der Innenstadt einen E-Bike Shop an, der heute geöffnet sein soll. Also schiebe ich mal dahin. Vor Ort stelle ich fest, dass es diesen Laden nicht mehr gibt, geschlossen, wie so vieles in Frankreich.
Die einzige sinnvolle Möglichkeit in dieser doch schon recht großen Universitätsstadt mit rd. 130.000 Einwohner und ca. 14.000 Studenten ist ein Fahrradladen am Stadtrand in 5 km Entfernung, der gemäß Google montags geschlossen hat. Und, es stellt sich die Frage, ob es diesen Laden überhaupt noch gibt, oder wurde er auch inzwischen geschlossen. Das kann ich nur verlässlich feststellen, indem ich mein Rad dorthin schiebe.
Das macht aber nur Sinn, wenn es in der Nähe ein Hotel mit freiem Zimmer gibt, was der Fall ist.
Also mache ich mich auf den Schiebe-Weg und erreiche den noch existierenden Laden.
Jetzt bleibt zu hoffen, dass man mir morgen hier helfen kann.
Eine wichtige Erklärung fehlt mir allerdings noch: wie konnte das Teil über Nacht abbrechen??