Freitag, 28. August 2026

Von Bouzais nach Neuvy Saint Se...

Tag 14
Freitag, 28.08.2016
Bouzais - Neuvy Saint Sepulchere 
🚴 70 km
⬆️ 680 Hm
⬇️ 660 Hm

Starker Gegenwind und ein ständiges Auf und Ab waren heute meine verlässlichen Begleiter. Der starke Wind hat meist den Vorteil, dass er den Regen vertreibt. Trotz Motorunterstützung musste ich ordentlich in die Pedale treten und den Lenker fest im Griff halten, da die Packtaschen dem Wind eine gute Angriffsfläche boten.

Isabelle hat das Frühstück vorbereitet und es gab sogar Käse und ein gekochtes Ei. Sie betreut die Herberge als Freiwillige für zwei Wochen und wird nächste Woche abgelöst.
Für heute hat sich ein Franzose angemeldet und für morgen zwei Engländerinnen. Sie spricht sehr gut Englisch, so dass wir uns prima unterhalten konnten.

Auf einer Anhöhe hinter meinem Übernachtungsort Bouzais konnte ich einen Blick zurück auf den Ort werfen.

Komoot führt mich heute wieder über eine Schotterpiste zu dieser alten Brücke mit Wassermühle. 
Der Weg führt gemäß der Traktorspuren durch die Furt 😂. Zur Sicherheit wähle ich allerdings die Brücke.
Der Weg führt noch ein Stück am Bach entlang und schon bald treffe ich auf Asphalt, der sich mit den Gepäcktaschen einfach angenehmer und stabiler fahren lässt.

Diese Kühe müssen sich ihren Badesee leider mit den Gänsen teilen.

Pippi Langstrumpf habe ich an der Villa Kunterbunt nicht angetroffen.

Zu dieser Kirche findet die Google KI folgende Infos:
"Das Gebäude im Bild ist die Église Saint-Genès de Châteaumeillant, eine der bedeutendsten romanischen Kirchen im französischen Département Cher. Die Kirche wurde zwischen dem Ende des 11. und dem Beginn des 12. Jahrhunderts errichtet. Ursprünglich war sie dem heiligen Stephanus (Saint-Étienne) geweiht. Im 17. Jahrhundert erhielt sie den Namen des Märtyrers Saint-Genès. Das Gebäude ist seit 1862 als historisches Denkmal (Monument historique) klassifiziert."

Bei McDonald's im Städtchen La Chatre mache ich Mittagspause und lade das Akku nach. Es sind zwar nur noch 18 km, aber bei dem Gegenwind ist ein gut gefüllter Akku sicherlich hilfreich.

Zu dieser Kirche in La Chatre hat Komoot ein paar Infos dazu parat.

Auf der Weiterfahrt treffe ich auch heute auch eine Burg. Die Infotafel am Eingang hat sogar einen deutschsprachigen Text.

Am Nachmittag erreiche ich meine vorgestern gebuchte Unterkunft in Neuvy Saint Sepulchere.




Donnerstag, 27. August 2026

Von Sancoins nach Bouzais

Tag 13
Donnerstag, 27.08.2016
Sancoins - Bouzais 
🚴 47 km
⬆️ 350 Hm
⬇️ 380 Hm

Madame Raunad hat ein typisches französisches petit-dejeunee vorbereitet. Auf die Marmeladen verzichte ich und essen vom leckeren Brot mit Butter.

Die erste heutige Station ist das Bürgermeisteramt, das aber erst um 8.30 Uhr öffnet. Daher überbrücke ich die Wartezeit mit einem café au lait in der Bar nebenan.
Nachdem ich einen Stempel im Pilgerausweis erhalten habe, kann die heutige Fahrt los gehen. 

Am frühen Morgen, noch vor der Dämmerung, ist ein Gewitter durchgezogen, und die Natur hat etwas dringend benötigten Regen bekommen. Zum Glück habe ich gestern Abend noch die Wäsche von der Leine genommen.
Die Straßen sind noch Nass und die Luft ist angenehm klar und schon bald machen die Wolken für die Sonne Platz.

Die Gegend um mich herum ist von Weidewirtschaft geprägt, es gibt kaum Ackerbau.
Sonnenblumen gibt's trotzdem hier und da.
Irgendwann wandelt sich die Landschaft, weite Felder sind zu sehen und immer wieder einzelne Gehöfte, die oft nicht gepflegt aussehen. 
Unter dieser mächtigen Linde finde ich Unterschlupf, als eine kurze Schauer vorbeizieht.
Nach einem kräftigen Anstieg bietet sich diese Fernsicht an.
Gegen 15 Uhr erreiche ich die Pilgerherberge in Bouzais, bei der ich mich gestern Abend angemeldet hatte, das ist in Frankreich im Gegensatz zu Spanien erforderlich. 
Die Wartezeit bis zur Öffnung um 16 Uhr verbringe ich mit diesen Zeilen. Eigentlich wäre ich schon vor 1 Stunde hier gewesen. Aber der Fahrradständer hatte genug von dem schwer beladen Drahtesel und hat die Grätsche gemacht. So habe ich in dem Städtchen Saint-Amand-Montrond bis 14 Uhr auf das Ende der Mittagspause des Fahrradladens gewartet und dem Monsieur mein Problem geschildert.
Er war erst etwas skeptisch, ob er mir helfen kann, da sie keine Kalkhoff Räder führen und man prüfen muss, ob einer der vorrätigen Standardständer passt.
Nach etwas Ausprobieren fand er einen, dessen Montageplatte mit der Verschraubung überein stimmte. Aber die dazugehörigen Schrauben waren zu klein für die Öffnung im Rahmen. Da er aufgeben wollte, habe ich ihm vorgeschlagen, mit  Unterlegscheiben die Lücke auszufüllen, welche er dann auch auftreiben konnte. Problem war, dass sie konkav sein mussten, die hatte er aber auch im Magazin. Damit war ich gerettet, denn ohne Fahrradständer, das habe ich in den letzten 3 Stunden erfahren, kommt man nur schlecht zurecht.
Isabelle, die Betreuerin der Herberge, kommt gegen 16 Uhr an. Sie begrüßt mich freundlich und bietet ein kaltes Getränk an. Sodann zeigt die mir die drei Räume und erklärt, wie das hier abläuft und das ich heute der einzige Pilger bin.
Diese Herberge wird übrigens von der fränkischen St. Jakobus Gesellschaft aus Würzburg unterstützt.
Nach Dusche und Wäschewaschen mit der hiesigen Waschmaschine unterhalten wir uns und sie erzählt, dass sie den Camino del Norte vor Jahren mit ihrer Tochter gegangen ist.

Für 19 Uhr bereitet Isabelle das Abendessen vor.
Nach Gemüsesticks mit Dip als Appetizer und einem frischen Salat als Vorspeise serviert sie gebratenes Gemüse mit einem Hähnchencurry, richtig lecker!
Zum Nachtisch gibt es einen sehr leckeren selbstgebackenen Apfelkuchen mit der Besonderheit, dass die Apfelstücke vorher ein paar Minuten in karamelisiertem Zucker, Butter und Zimt gekocht und anschließend mit dem Teig 25 Minuten gebacken gewerden. Beim Servieren gießt man etwas ungeschlagene Sahne über die Kuchenstücke - Nachkochen lohnt sich!


Mittwoch, 26. August 2026

Von Premery nach Sancoins

Tag 12
Mittwoch, 26.08.2016
Prémery - Sancoins 
🚴 76 km
⬆️ 620Hm
⬇️ 690 Hm

Ruud, der holländische Herbergsvater, macht von seinen Pilgern bei der Abreise ein Foto am Caminostein, der bis Santiago noch 1630 km anzeigt.
Ruud betreibt mit seiner Frau Lisbeth in der Nähe von Premery von April bis Oktober die private Pilgerherberge "Le Coeur du Chemin", die alles bietet, was ein Pilgerherz begehrt. 

Ich war gestern der einzige Pilger.😂

Um 19 Uhr gibt es ein drei Gänge Menü: Gemüsesuppe, eine vegetarische Ovenschotel (Auflauf) und als Dessert Vanilleeis mit Melone. Das alles angereichert mit einer sehr interessanten und kurzweiligen Unterhaltung auf Deutsch.

Nach einer ruhigen Nacht zeigt sich die Landschaft im Laternenlicht des frühen Morgens in bunten Farben.

Um 8 Uhr hat sich der Dunst fast verzogen.

Mit Ausnahme der Sonnenblumen ist die Ernte eingebracht.
Nach etwa 30 km erreiche ich Nevers und besuche die dortige Nachbildung der Lourdesgrotte. Sie befindet sich in dem Komplex "Sanctuaire de Nevers Sainte Bernadette".
In der gegenüberliegenden Kapelle ruht der unversehrte Leichnam von Bernadette, der im Jahr 1858 in Lourdes die Muttergottes 18 mal erschienen ist.
Bei der Weiterfahrt durch die Stadt komme ich am Pariser Tor vorbei
und erreiche die Loire, die auch nur wenig Wasser führt.
Deren Seitenkanal folgt der Radweg.

Meinen heutigen Übernachtungsort Sancoins erreiche ich am Nachmittag. Das Thermometer an der Unterkunft zeigt 30 Grad an.