Dienstag, 22. September 2026

Von Castrojeriz nach Calzada de los Molinos

Tag 39
Dienstag, 22.09.26
Castrojeriz - Calzada de los Molinos
🚴 55 km
⬆️ 310 Hm
⬇️ 280 Hm

Die Weiten der Meseta begleiten mich auf der heutigen Etappe. Es ist nicht die Lieblingsstrecke der meisten Fußpilger, da es kaum Schatten gibt oder ein Gebüsch als Pilgertoilette. Ich liebe diese Landschaft und genieße sie in vollen Zügen. Mit dem Fahrrad laufen die Bilder manchmal zu schnell an einem vorbei. Daher spaziere ich mal wieder neben meinem Fahrrad auf dieser leicht abschüssigen Straße um alles intensiver wahrzunehmen und zu verinnerlichen.
Die Meseta ist das große kastilische Hochland. Die Hochebene umfasst eine Fläche von über 200.000 km² und liegt durchschnittlich rund 600 bis 700 Meter über dem Meeresspiegel.
Sie ist geprägt von heißen Sommer und kalten Winter und, wenn nicht gerade ein Auto vorbeifährt, von Stille - nur der Wind spielt sein Lied.

Unterwegs beobachte ich auf einem Feld drei große Vögel. Dabei kommt ein älteres Ehepaar vorbei spaziert. Der Señor erklärt mir, dass es sich um La Avutarda handelt, die hier in der Nähe vorkommen.
Google kennt natürlich die deutsche Bezeichnung und weiß dazu: "Die Großtrappe (Otis tarda, spanisch avutarda) lebt in den offenen Agrar- und Steppenlandschaften der Tierra de Campos rund um Frómista in der spanischen Provinz Palencia. Die weiten, baumlosen Ebenen um Frómista bieten der weltweit als gefährdet geltenden Großtrappe einen idealen Rückzugsort. Die als „Königin der Steppe“ bezeichneten Vögel sind extrem scheu." - Aha, wieder was dazugelernt.
Großtrappe Link zu Wikipedia.

Dieser Stein markiert die Grenze zwischen den Provinzen Burgos und Palencia.

Itero de Vega ist auf dem französischen Jakobsweg das erste Dorf in der Provinz Palencia.

Dahinter geht's mit viel Landschaft weiter, ein Traum!!

Auf dem Weg liegen heute viele kleine Ortschaften.

Das Bild zeigt die Iglesia de Santa María de la Asunción (auch Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción) und den gotischen Rollo Jurisdiccional auf dem Hauptplatz in Boadilla del Camino. Die  reich verzierte gotische Säule aus dem 15. Jahrhundert gilt als eines der schönsten erhaltenen Belege für die Gerichtsbarkeit und Unabhängigkeit der Region.

Schon bald erreiche ich den Canal de Castillia, hier mit einer Anlegestelle für Boote.
Das Wasser für den Canal de Castilla stammt hauptsächlich aus zwei großen Flüssen der Region: dem Río Pisuerga und dem Río Carrión.

Die Landwirtschaft nutzt das Wasser mit ihren speziellen Rinnen, die man überall in der Region sieht, zur Bewässerung der Äcker.


Diese Vierfachschleuse in der Nähe von Frómista aus dem 18. und 19. Jahrhundert dient dazu, einen Höhenunterschied von über 14 Metern zu überwinden.

Nun passiere ich etliche kleine Dörfer, die alle am Ortseingang mit einem Schild die vorbeiziehenden Pilger begrüßen.

Das ist ein Beispiel für die eingangs beschriebenen schattenlose, sich endlos hinziehenden Wege.

Neben der Kirche steht das Monumento a la Inmaculada Concepción. Das Monument wurde im Jahr 1905 errichtet. Es besteht aus einer steinernen Säule, auf deren Spitze eine metallene Statue der Jungfrau Maria thront.